DU SETZT DICH MIT DEINER UNTERSCHRIFT EIN FÜR:
  • Deutschland: Angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Flüchtlinge!
  • Mexiko: Schicksal der "verschwundenen" Studenten aufklären!

Der Albtraum Folter ist Realität für unzählige Menschen weltweit. Amnesty hat in den letzten fünf Jahren festgestellt, dass in 141 Ländern gefoltert und misshandelt wurde. Trotz absolutem Verbot foltern Regierungen im Verborgenen oder liefern Menschen in Länder aus, wo ihnen Folter droht.

Die folgenden Schicksale sind beispielhaft für das tägliche Unrecht. Verhilf diesen Menschen zu ihrem Recht und unterstütze Amnesty im Kampf gegen die Folter. Die Kampagne läuft auch 2016 weiter und es kommen laufend neue Fälle hinzu. Besuche diese Seite also wieder und beteilige dich an den aktuellen Aktionen. Keine Sorge, deine Unterschrift wird nicht doppelt gezählt. Bei erneuter Teilnahme wird deine Unterschrift nur für die Aktionen gespeichert, an denen du dich noch nicht beteiligt hast.

Erfahre alles Weitere unter www.amnesty.de/stopfolter-kampagne


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  • Deutschland:Angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Flüchtlinge!

    Angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Flüchtlinge!

    Wenn staatliche Gewalt eskaliert oder Kriege wüten, müssen Zivilisten oft das größte Leid ertragen. Sie geraten in die Schusslinie und werden - etwa  als unfreiwillige Zeugen - zu Verdächtigen und daher inhaftiert, gefoltert und getötet. Überlebende oder Angehörige müssen flüchten, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Manche erleben auf der Flucht noch einmal Folter oder Misshandlung. In Deutschland begegnen wir einem Teil der Menschen, die so schweres Leid und tiefe Verletzungen erfahren mussten, als schwer traumatisierten Asylsuchenden und Flüchtlingen. Sie stellen eine besonders schutzbedürftige und zu versorgende Gruppe dar. Ihre angemessene Gesundheitsversorgung ist eine gesellschaftliche und staatliche Aufgabe.
    Diese Versorgung traumatisierter Flüchtlinge wird in Deutschland überwiegend von rund 30 psychosozialen Behandlungszentren für Folteropfer gewährleistet. Sie sind spezialisierte Anlaufstellen und bieten u.a. medizinische Behandlungen, Psychotherapien und Dolmetscherleistungen an. Damit tragen sie den Hauptanteil  für die Behandlung traumatisierter Folterüberlebender. Nach eigenen Angaben können sie jedoch nur etwa 15 Prozent des aktuellen Versorgungsbedarfs abdecken. Sie sind nicht nur überlastet, schlimmer noch, viele stehen immer wieder kurz vor dem finanziellen Aus. Obwohl sie einen so wichtigen und fachlich zugeschnittenen Beitrag zur Gesundheitsversorgung von Folterüberlebenden leisten, werden ihre Leistungen nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt. 
     
    Europäisches Recht verpflichtet (!) die BRD dazu, Folterüberlebenden, die in Deutschland Schutz suchen, medizinische und psychologische Behandlung zu ermöglichen. De facto erhalten zum Beispiel Asylbewerber aber nur akut notwendige medizinische Behandlung und keine längerfristigen Maßnahmen wie Therapieangebote. Die Bundesregierung steht in der Verantwortung, dass medizinisches und psychotherapeutisches Personal in Deutschland in der Lage ist, Traumatisierungen bei Asylsuchenden zu identifizieren und die Patientinnen und Patienten entsprechend zu behandeln oder an spezialisierte Stellen zu verweisen. Professionelle Hilfe kann nicht nur von schlecht oder gar nicht finanzierten Therapiezentren getragen werden, sondern muss langfristig in die deutsche Gesundheitsversorgung eingegliedert werden. 

    Amnesty International unterstützt die Psychosozialen Therapiezentren. Doch fehlt eine verbindliche Finanzierungsgrundlage, eine flächendeckende Versorgung ist nicht möglich. Amnesty fordert schnelle Maßnahmen zur Beseitigung des eklatanten Mangels in der Versorgung dieser besonders verletzlichen Flüchtlinge. Die Behandlungszentren füllen zum Teil schon seit Jahrzehnten auf professionelle Weise eine Lücke im Gesundheitssystem, die so nicht länger tragbar ist. 

    Fordern auch Sie vom Bundesgesundheitsminister eine angemessene Gesundheitsversorgung von traumatisierten Folterüberlebenden! 

    Petitionstext für Angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Flüchtlinge!

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    Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister,

    viele Menschen, die nach Deutschland fliehen, haben Krieg und schreckliche Gewalt erlebt.
    Viele wurden misshandelt oder gefoltert. Deutschland ist international verpflichtet, traumatisierten Flüchtlingen Schutz und die nötige medizinische sowie psychologische Behandlung zu gewähren. Eine solche angemessene Versorgung setzt eine rechtzeitige Identifizierung der Betroffenen und ihrer Bedürfnisse voraus. Das ist ohne Dolmetscher kaum möglich.

    Ein wichtiger Teil der Versorgung von traumatisierten Flüchtlingen wird zurzeit von sogenannten psychosozialen Behandlungszentren geleistet. Sie bieten medizinische Behandlung, Psychotherapie, Dolmetscherleistung und psychosoziale Betreuung an. Trotzdem sind sie keine anerkannten Leistungserbringer der gesetzlichen Krankenversicherung. Viele kämpfen seit Jahren um ihr finanzielles Überleben.

    Ich fordere Sie daher auf,

    • sich dafür einzusetzen, dass ein effektives Verfahren zur Feststellung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge eingeführt wird;

    • die Finanzierung von notwendigen Dolmetscherleistungen sicherzustellen, etwa indem Ansprüche hierauf im Sozialgesetzbuch festgeschrieben werden;

    • dafür zu sorgen, dass die Gesetzliche Krankenversicherung die Leistungen der Behandlungszentren als Kassenleistung anerkennt und erstattet;

    • eine ausreichende und dauerhafte Finanzierung der Behandlungszentren sicherzustellen.

    Hochachtungsvoll,
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  • Mexiko:Schicksal der "verschwundenen" Studenten aufklären!

    Schicksal der "verschwundenen" Studenten aufklären!

    Am 26. September 2014 wurden 43 Studenten von der Polizei in Iguala im Bundesstaat Guerrero verschleppt. Sie waren Teil einer Gruppe von etwa 80 Studenten der Hochschule in Ayotzinapa. Auf dem Weg zu einer Protestveranstaltung in Mexiko-Stadt wurden ihre Busse angehalten und von Polizisten beschossen. Sechs Personen starben bei dem Angriff, 43 Studenten "verschwanden" spurlos.
    Am Abend des 26. September 2014 befinden sich etwa 80 Studenten der Hochschule in Ayotzinapa in drei Bussen auf dem Weg von Iguala nach Chilpancingo. Sie wollen zu einer Protestveranstaltung in Mexiko-Stadt. Kurz nachdem die drei Busse Iguala hinter sich gelassen haben, werden sie von lokalen Polizeikräften abgepasst und ohne Vorwarnung beschossen. 43 Studenten werden festgenommen. 
     
    Als ihre nicht verhafteten Kommilitonen kurz darauf mit eintreffenden Journalist_innen sprechen, nähert sich ein Fahrzeug, aus dem Männer in Zivilkleidung erneut das Feuer eröffnen. Dabei sterben drei Studenten und drei weitere unbeteiligte Zivilisten. Eine dieser getöteten Personen wies zudem Folterspuren auf. Man geht davon aus, dass lokale Polizeikräfte, die mit dem Drogenkartell Guerreros Unidos zusammen arbeiten, für den Angriff und das Verschwindenlassen der Studenten verantwortlich sind. Das Schicksal von 42 der 43 "Verschwundenen" ist ein Jahr später noch immer ungeklärt; die Leiche eines Studenten wurde gefunden.

    Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto ließ zwar umfassende Ermittlungen einleiten, allerdings haben beteiligte Rechtsmediziner_innen schwere Mängel bei der Sicherung und Auswertung des kriminaltechnischen Beweismaterials festgestellt. Daraufhin zog die Generalstaatsanwaltschaft die Rechtsmediziner_innen von dem Fall ab, ohne die Mängel zu beheben.
     
    Im Zuge der Ermittlungen wurden bisher mehr als 100 Personen festgenommen, jedoch sind noch keine entscheidenden Fortschritte bei den Untersuchungen gegen die bundesstaatlichen und nationalen Behörden festzustellen, die mutmaßlich eng mit den kriminellen Banden in Guerrero zusammenarbeiten.
     
    Auf Initiative der Angehörigen der Studenten hat die Interamerikanische Menschenrechtskommission ein internationales unabhängiges Expertengremium ernannt, das die bisherigen Untersuchungen bewerten und Empfehlungen aussprechen soll. Die mexikanischen Behörden haben sich damit einverstanden erklärt. Nun ist es wichtig, dass sie in vollem Umfang mit dem Gremium zusammenarbeiten und dessen Empfehlungen umsetzen.
     
    Streng genommen handelt es sich bei diesem Fall vermutlich nicht um Menschen, die gefoltert wurden. Doch Folter und Verschwindenlassen gehen meist miteinander einher: Es sind schwere Menschenrechtsverletzungen, die die gleichen Ursachen haben, wie z.B. Korruption, Straflosigkeit oder tiefe Verstrickung mit der organisierten Kriminalität. 
    Verantwortlich sind Polizei und Militär. Gerade das Militär wird in Mexiko massiv im Innern eingesetzt, wie auch in dem Fall der "verschwundenen" Studenten.
     
    Auch mutmaßlich am Verschwindenlassen der Studenten beteiligte Bandenmitglieder wurden mit augenscheinlichen Spuren von Misshandlungen gegenüber Medien der Öffentlichkeit als Täter präsentiert. Dies zeigt, wie weit Mexiko davon entfernt ist, grundlegende Menschenrechtsstandards, wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit und ein faires Verfahren, zu achten. Nicht zu zuletzt verletzt es die Rechte der Opfer bzw. ihrer Angehörigen auf Wahrheit und Gerechtigkeit, wenn anstelle von sorgfältigen Ermittlungen Geständnisse unter Folter und Misshandlung erpresst werden. Auch Teilnehmer_innen einer Demonstration für die "verschwundenen" Studenten, die dabei inhaftiert wurden, berichteten, dass Polizisten sie geschlagen und bedroht hätten.
     
    Der Fall der "verschwundenen" Studenten ("Las 43") aus Ayotzinapa ist nur ein Beispiel der vielen Fälle von Verschwindenlassen in Mexiko: Laut offiziellen Zahlen sind in den letzten Jahren in Mexiko etwa 25.000 Menschen verschwunden, die Hälfte davon während der Amtszeit des amtierenden Präsidenten Peña Nieto. Amnesty International fordert, dass der Verbleib all dieser Menschen aufgeklärt wird und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

    Petitionstext für Schicksal der "verschwundenen" Studenten aufklären!

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    Sehr geehrter Herr Präsident,

    im Zuge der Bekämpfung der Drogenkartelle hat sich die Menschenrechtslage in Mexiko in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verschlechtert. Mehr als 80.000 Menschen wurden getötet, mehr als 25.000 sind verschwunden. Polizei und Militär sind für schwere Menschenrechtsverletzungen wie Folter und Verschwindenlassen verantwortlich. Ein Beispiel ist der Fall der 43 verschwundenen Studenten, die am 26. September 2014 von der Polizei in Iguala (Guerrero) verschleppt wurden. Bis heute sind keine Fortschritte bei den Untersuchungen gegen die Behörden festzustellen.

    Inzwischen ermittelt ein internationales, unabhängiges Expertengremium, das von der Interamerikanischen Menschenrechtskommission ernannt wurde.

    Ich fordere Sie daher auf,

    • den Verbleib der verschwundenen Studenten aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen; dabei muss eng mit den Familienangehörigen zusammengearbeitet werden;

    • vollumfänglich mit der Interamerikanischen Menschenrechtskommission und dem Expertengremium zusammenzuarbeiten und ihre Empfehlungen umzusetzen;

    • auch alle anderen Fälle von Entführungen und Verschwindenlassen in Mexiko effektiv zu untersuchen, die verschwundenen Personen zu lokalisieren und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen;

    • Entführungen und Verschwindenlassen zu verhindern und die Straflosigkeit zu beenden;
    dazu gehören u. a. eine zuverlässige Registrierung aller Festnahmen, die Einrichtung einer genetischen Datenbank von nicht identifizierten Leichen und die Einführung eines effektiven Nationalen Protokolls für die Untersuchungen.

    Hochachtungsvoll,
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FÜR DIESE MENSCHEN HABEN WIR UNS MIT DER KAMPAGNE AUCH EINGESETZT

  • Mexiko Gerechtigkeit für Yecenia Armenta!

    Im Juli 2012 wurde Yecenia Armenta im nordmexikanischen Culiacán von Zivilpolizisten angehalten, als sie Verwandte zum Flughafen fuhr. Man brachte sie auf eine Polizeiwache, wo sie 15 Stunden lang gefoltert und vergewaltigt wurde und man ihr damit drohte, ihre Kinder umzubringen. Sie wurde genötigt, einen Mord zu gestehen, den sie eigenen Angaben zufolge nie begangen hat. Man zwang sie, ein "Geständnis“ zu unterschreiben, das sie nicht einmal lesen konnte, weil sie es mit verbundenen Augen unterschreiben musste. Yecenia Armenta ist nach wie vor in Haft, und bis heute wurde niemand für die Folter zur Rechenschaft gezogen.

     

     

    Im Juli 2012 wurde Yecenia Armenta im nordmexikanischen Culiacán von Zivilpolizisten angehalten, als sie Verwandte zum Flughafen fuhr. Man brachte sie auf eine Polizeiwache, wo sie 15 Stunden lang gefoltert und vergewaltigt wurde und man ihr damit drohte, ihre Kinder umzubringen. Sie wurde genötigt, einen Mord zu gestehen, den sie eigenen Angaben zufolge nie begangen hat. Man zwang sie, ein "Geständnis“ zu unterschreiben, das sie nicht einmal lesen konnte, weil sie es mit verbundenen Augen unterschreiben musste. Yecenia Armenta ist nach wie vor in Haft, und bis heute wurde niemand für die Folter zur Rechenschaft gezogen.

    Nach der Folter wurde sie von medizinischem Personal untersucht, das zu derselben Abteilung gehörte wie ihre Peiniger. Ihre Verletzungen wurden nicht dokumentiert. Monate später nahm gerichtsmedizinisches Personal der Generalstaatsanwaltschaft eine weitere Untersuchung vor. Es kam zu dem Schluss, dass Yecenia Armenta nicht gefoltert worden sei, da bei der Erstuntersuchung keine Zeichen von Folter festgestellt worden seien.

    Unabhängige medizinische Fachleute, die Yecenia Armenta zweimal nach internationalen Standards untersuchten, bestätigten hingegen, dass sie gefoltert worden war. Trotz fehlender Beweise sitzt sie inzwischen seit drei Jahren im Gefängnis. Die Anklage stützt sich lediglich auf das unter Folter erpresste "Geständnis". Bis heute wurde niemand für die Folter zur Rechenschaft gezogen.

    In Mexiko sind willkürliche Inhaftierungen und Misshandlungen durch Polizei und Militär an der Tagesordnung. Die Vergewaltigung von Yecenia Armenta ist dabei kein Einzelfall: Auch andere mexikanische Frauen wurden in den letzten Jahren Opfer von sexualisierter Folter. Die verantwortlichen Beamten werden für diese Delikte in den seltensten Fällen verurteilt.

    Der Fall von Yecenia Armenta macht deutlich, dass die mexikanische Regierung zahlreiche international vorgeschriebene Schutzmaßnahmen gegen Folter und Misshandlung, wie eine sofortige und effektive Dokumentation und Untersuchung von Foltervorwürfen, nicht umsetzt.

    Amnesty International fordert deshalb den Generalstaatsanwalt des mexikanischen Bundesstaats Sinaloa auf, Yecenia Armenta umgehend freizulassen und die gegen sie erhobene Anklage fallenzulassen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Foltervorwürfe umgehend, unabhängig und gemäß internationaler Standards untersucht werden. Es müssen diejenigen vor Gericht gestellt werden, die für Folter in Mexiko verantwortlich sind. Unterstützen Sie jetzt unsere Forderungen!

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  • Usbekistan Schauen Sie nicht weg, Herr Steinmeier: Stoppen Sie die Folter in Usbekistan!
    In Usbekistan ist Folter weit verbreitet. Die usbekischen Behörden foltern routinemäßig, um Geständnisse zu erzwingen, Geld zu erpressen und um Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, die Kritik an der Regierung üben oder als Gefahr für die „nationale Sicherheit“ wahrgenommen werden.
    In Usbekistan ist Folter weit verbreitet. Die usbekischen Behörden foltern routinemäßig, um Geständnisse zu erzwingen, Geld zu erpressen und um Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, die Kritik an der Regierung üben oder als Gefahr für die „nationale Sicherheit“ wahrgenommen werden. 
     
    Zu den gängigsten Foltermethoden gehören Schläge, simuliertes Ersticken, Vergewaltigung und andere sexuelle Gewalt gegen Frauen und Männer, psychologische Folter, Schlafentzug, Elektroschocks, erzwungenes Ausharren bei extremen Temperaturen sowie der Entzug von Nahrung und Wasser.
     
    Foltervorwürfe werden in der Regel nicht untersucht, die Verantwortlichen für Folter bleiben daher meist straffrei. Richter lassen regelmäßig „Geständnisse“ als Beweismittel zu, obwohl sie offensichtlich unter Folter erpresst wurden, und verurteilen Menschen auf dieser Grundlage zu langen Haftstrafen.
     
    Deutschland und die Europäische Union (EU) verschließen vor diesen schweren Menschenrechtsverletzungen seit Jahren die Augen. Das muss ein Ende haben! Deutschland darf Wirtschaftsinteressen, geopolitische Überlegungen und die Zusammenarbeit mit der usbekischen Regierung in der Terrorismusbekämpfung nicht länger über die Menschenrechte stellen. Die Bundesregierung muss von den usbekischen Behörden bei jeder Gelegenheit und auf allen Ebenen ein Ende von Folter einfordern. 
     
    Auch die EU muss sich endlich wieder mit der Menschenrechtssituation in Usbekistan beschäftigten. Der Außenministerrat der EU sollte von Usbekistan in aller Deutlichkeit wesentliche Verbesserungen der Menschenrechtssituation vor Ort verlangen.
     
    Fordern Sie Außenminister Steinmeier auf, sich entschieden gegen Folter in Usbekistan zu positionieren. Unterzeichnen Sie unsere Online-Petition an Bundesaußenminister Steinmeier!
     
    Lesen Sie hier den vollständigen Petitionstext:
     
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  • Mexiko Claudia Medina
    Claudia Medina Tamariz wurde im August 2012 unter dem Vorwurf verhaftet, einer kriminellen Bande anzugehören. In Haft wurde sie mehrfach gefoltert und gestand daraufhin die Vorwürfe. Bei der anschließenden Anhörung wurden so gut wie alle Anklagepunkte gegen Claudia Medina fallengelassen, als sie ihr durch Folter erpresstes Geständnis zurückzog. Claudia Medina kämpft nun dafür, dass ihre Foltervorwürfe untersucht werden und eine medizinische Untersuchung gemäß UN-Standards erfolgt.

    Claudia Medina Tamariz wurde im August 2012 unter dem Vorwurf verhaftet, einer kriminellen Bande anzugehören. In Haft wurde sie mehrfach gefoltert und gestand daraufhin die Vorwürfe. Bei der anschließenden Anhörung wurden so gut wie alle Anklagepunkte gegen Claudia Medina fallengelassen, als sie ihr durch Folter erpresstes Geständnis zurückzog. Claudia Medina kämpft nun dafür, dass ihre Foltervorwürfe untersucht werden und eine medizinische Untersuchung gemäß UN-Standards erfolgt.

     Am 7. August 2012 um 3 Uhr nachts brachen Marinesoldaten in das Haus von Claudia Medina im mexikanischen Veracruz ein. Sie verbanden ihr die Augen, fesselten ihre Hände, verfrachteten sie auf einen Lieferwagen und brachten sie zu einem Marinestützpunkt.

    Gefoltert mit Elektroschocks

    Die Vorwürfe, denen Claudia Medina deutlich widersprach, lauteten auf "Mitgliedschaft in einer kriminellen Bande". Laut ihrer Aussage musste Claudia Medina Elektroschocks über sich ergehen lassen und wurde dann von den Soldaten geschlagen und getreten. Sie berichtet außerdem von sexuellen Übergriffen, die sie im Marinestützpunkt ertragen musste. Anschließend wurde sie auf einen Stuhl gefesselt und in die brennende Nachmittagssonne gesetzt.

    Am folgenden Tag wurden ihr erneut die Augen verbunden. Gemeinsam mit anderen Inhaftierten brachte man Claudia Medina in das Büro des Generalstaatsanwalts. Erst als ihr die Augenbinde wieder abgenommen wurde, erkannte sie, dass auch ihr Mann und ihr Schwager in dem Büro saßen.

    Claudia wurde an diesem Tag verhört und von einem ebenfalls anwesenden Soldaten der Marine dazu gezwungen, eine Erklärung zu unterschreiben, die sie sich nicht durchlesen durfte. Noch am selben Tag wurden einige Gefangene, unter ihnen Claudia Medina, den Medien als gefährliche Kriminelle präsentiert.

    Eine knappe Woche nach ihrer Verhaftung, am 13. August 2012, zog sie bei einer gerichtlichen Anhörung ihre Aussage zurück und berichtete von den Umständen ihrer Festnahme und der Folter. Bis auf illegalen Waffenbesitz wurden alle Anschuldigungen gegen sie fallengelassen. Sie kam bis zur genauen Klärung der Umstände gegen Kaution frei. Doch Claudia Medinas Ehemann und ihr Schwager blieben in Haft. Auch sie berichteten von Folter.

    Niemand wurde für die Folter zur Rechenschaft gezogen

    Da die Generalstaatsanwaltschaft keine eigene unabhängige medizinische Untersuchung anordnete, ließ Claudia Medina Tamariz durch unabhängige forensische ExpertInnen und die Nationale Menschenrechtskommission zwei unabhängige medizinische Gutachten erstellen, die ihre Foltervorwürfe belegen. Diese Gutachten sollten Ermittlungsgrundlage sein und nicht eine medizinische Untersuchung durch die Generalstaatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt; eine solche ist vielmehr abzulehnen: Fast zwei Jahre nach Claudia Medina Tamariz' Verhaftung würde eine erneute Untersuchung vermutlich keine neuen Erkenntnisse bringen, könnte sie retraumatisieren und würde aller Voraussicht nach nicht den Anforderungen des Istanbul-Protokolls entsprechen.

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  • Marokko Ali Aarrass
    Ali Aarrass wurde in einem Geheimgefängnis in Marokko 12 Tage lang gefoltert. Ihm wurde vorgeworfen, ein Terrorist zu sein. Ali Aarrass bekam Schläge auf die Fußsohlen und Elektroschocks an den Hoden. Unter der massiven Folter gestand er schließlich die Vorwürfe und wurde alleine deshalb zu 12 Jahren Haft verurteilt.

    Ali Aarrass wurde in einem Geheimgefängnis in Marokko 12 Tage lang gefoltert. Ihm wurde vorgeworfen, ein Terrorist zu sein. Ali Aarrass bekam Schläge auf die Fußsohlen und Elektroschocks an den Hoden. Unter der massiven Folter gestand er schließlich die Vorwürfe und wurde alleine deshalb zu 12 Jahren Haft verurteilt.

    2006 ermittelten spanische Behörden gegen den in Belgien lebenden Ali Aarrass wegen Terrorismusverdachts, fanden allerdings weder Hinweise noch Belege. Aufgrund neuer Terrorismus-Beschuldigungen seitens der marokkanischen Behörden lieferten sie den belgisch-marokkanischen Staatsangehörigen 2010 an Marokko aus.

    Hier wurde er, wie der UN-Menschenrechtsausschuss schon vorher befürchtet hatte, gefoltert und 2011 aufgrund von Geständnissen, die er unter Folter unterzeichnet hatte, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Gefängnisstrafe wurde im Berufungsverfahren auf 12 Jahre reduziert.

    Der in der spanischen Exklave Melilla geborene belgisch-marokkanische Ali Aarrass wurde 2006 von spanischen Behörden verdächtigt, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein. Da sich keine Beweise für diese Anschuldigungen fanden, wurden die Ermittlungen 2009 eingestellt. 2008 jedoch erhoben marokkanische Behörden ähnlich lautende Vorwürfe gegen Ali Aarrass. Auf der Grundlage eines internationalen Haftbefehls wurde Ali Aarrass Anfang April 2008 in Mellila festgenommen.

    In Spanien saß der Familienvater über zweieinhalb Jahre in Einzelhaft und trat dreimal in den Hungerstreik, musste diese jedoch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Im Dezember 2010 wurde er schließlich nach Marokko ausgeliefert, obwohl der UN-Menschenrechtsausschuss und Amnesty International davor gewarnt hatten, dass Ali Aarrass dort Folter drohen könnte.

    In Isolationshaft gefoltert

    Diese Befürchtungen wurden bestätigt. Ali Aarrass berichtete, dass er nach seiner Ankunft in Marokko zwölf Tage in Isolationshaft in einem geheimen Verhörzentrum des marokkanischen Geheimdienstes DST (General Directorate for the Surveillance of the Territory) in Témara festgehalten und gefoltert wurde. Ali Aarrass erzählt, dass an ihm die Foltermethode "Falaqa" angewendet wurde. Hierbei erhält der Betroffene äußerst schmerzhafte Schläge auf die Fußsohlen. Außerdem habe man ihm Elektroschocks an den Hoden verabreicht, ihn über längere Zeiträume an den Handgelenken aufgehängt und mit Zigaretten verbrannt. 2013 gelang es ihm Skizzen der erlittenen Foltermethoden aus dem Gefängnis zu schmuggeln.

    Ali Aarrass Mitgefangene berichteten davon, dass sie geschockt waren, als Ali seine Haft im Gefängnis von Salé antrat. Er habe offensichtlich ein schweres Trauma und deutliche Spuren von Folter aufgewiesen. Doch die marokkanischen Behörden ignorierten sowohl die sichtbaren Folterspuren als auch seine wiederholten Aussagen über die erlittene Folter gegenüber Staatsanwälten und Ermittlungsrichtern seit Beginn des Gerichtsverfahrens.

    Am 19. November 2011 wurde Ali Aarass wegen illegalen Waffenbesitzes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil beruht allein auf den unter Folter erzwungenen Aussagen. Im Berufungsverfahren wurde die Gefängnisstrafe auf 12 Jahre reduziert.

    Keine Untersuchung der Foltervorwürfe

    Trotz zahlreicher Beschwerden seitens seiner Anwälte, Familie und Amnesty Internationals direkt an die marokkanischen Behörden, wurde bis heute keine angemessene Untersuchung der Foltervorwürfe durchgeführt. Eine durch die Staatsanwaltschaft veranlasste medizinische Untersuchung wurde erst nach seiner Verurteilung und ein Jahr nach der erlittenen Folter durchgeführt und kam zu dem Ergebnis, dass keine Folterspuren feststellbar seien.

    Unabhängige Experten, die von der Verteidigung von Ali Aarrass beauftragt wurden, kamen zu dem Ergebnis, dass diese medizinische Untersuchung völlig unzureichend war und nicht den internationalen Standards für forensische Untersuchungen von Foltervorwürfen entsprochen hat. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Juan Mendéz, der mit einem unabhängigen Rechtsmediziner Ali Aarrass im September 2012 im Gefängnis besuchte. Sie bestätigten Folterspuren, die mit den von Ali Aarrass beschriebenen Foltermethoden wie "Falaqa" und Verbrennungen mit Zigaretten übereinstimmen.

    Ali Aarrass ist im Gefängnis Salé II in der Nähe der marokkanischen Hauptstadt Rabat inhaftiert. Er berichtet von Misshandlungen durch das Gefängnispersonal wie nächtlicher Schlafentzug oder den Befehl, sich in seiner Zelle nackt auszuziehen. Im Juli/August 2013 befand er sich in einem trockenen Hungerstreik aus Protest gegen die Behandlung im Gefängnis, das Durchwühlen seiner Zelle sowie die Verweigerung von Rechten wie Telefongespräche, Zugang zu seiner Post, Hofgang sowie die Möglichkeit zu duschen.

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  • Nigeria Moses Akatugba
    Moses Akatugba wurde als gerade einmal 16-Jähriger von der nigerianischen Armee festgenommen. Im Gefängnis zwangen ihn Soldaten unter massiver Folter dazu, Geständnisse zu unterschreiben. Angeblich hatte er in einem Laden drei Handys gestohlen. Später wurde Moses Akatugba zum Tode verurteilt. Als Beweise genügten die Zeugenaussage des Ladenbesitzers und das erpresste „Geständnis“.
    Moses Akatugba wurde als gerade einmal 16-Jähriger von der nigerianischen Armee wegen Diebstahls festgenommen. Im Gefängnis zwangen ihn Soldaten unter massiver Folter dazu, falsche Geständnisse zu unterschreiben. Im November 2013 wurde Moses Akatugba dann zum Tode verurteilt. Als Beweise galten die Aussage des mutmaßlichen Diebstahlopfers und das von Moses Akatugba unter Folter erpresste „Geständnis“.
     
    Moses Akatugba erwartete gerade die Ergebnisse seiner Abschlussprüfungen, als es passierte. Am 27. November 2005 wurde er mitten auf der Straße in seiner Heimatstadt Epkan von Soldaten festgenommen, weil er angeblich einige Handys und Headsets gestohlen hatte. Eine Tat, die Moses Akatugba bis heute ohne Folter nicht zugegeben hat. Seine Mutter musste von einer Straßenverkäuferin, die zufällig Zeugin war, erfahren, dass ihr 16 Jahre alter Sohn soeben festgenommen worden war.

    Gefesselt und geschlagen

    Direkt nach seiner Festnahme brachte man Moses Akatugba in eine nahegelegene Kaserne, wo er ersten Erniedrigungen und Misshandlungen ausgesetzt war. Die Soldaten forderten ihn auf, eine Leiche zu identifizieren, was er allerdings nicht konnte, da er den toten Mann noch niemals gesehen hatte. Daraufhin schlugen die Soldaten Moses Akatugba und brachten ihn schließlich zur Polizeistation von Epkan.
     
    In der Polizeistation ging Moses Akatugbas Martyrium weiter. Nach seinen Angaben malträtierten ihn Polizeibeamten mit Macheten und Schlagstöcken. Einem Menschenrechtsverteidiger erzählte Moses Akatugba, dass man ihn stundenlang mit gefesselten Armen in Verhörzimmern aufhängte und Polizisten mit Zangen seine Fuß- und Fingernägel herausrissen. Das Ergebnis der brutalen Folter war, dass Moses nach drei Monaten in Polizeigewahrsam zwei Geständnisse unterschrieb.

    Folter zerstört einen Lebenstraum

    Moses Akatugba ist inzwischen 25 Jahre alt. Die meisten seiner Freunde sind nach ihrem Schulabschluss zur Uni gegangen. Sein Traum war es, den Wunsch seines Vaters zu erfüllen und Medizin zu studieren. Seit acht Jahren sitzt Moses Akatugba nun im Gefängnis und sieht seine Familie nur zweimal im Monat.
     
    In dem Gerichtsverfahren sollte es nach dem Willen seines Anwalts nicht nur um die Vorwürfe gegen ihn gehen, sondern vor allem auch um die Foltervorwürfe gegen Soldaten und Polizisten. Doch kein Polizeibeamter ist jemals zum Prozess erschienen. Die schwerwiegenden Foltervorwürfe sind bis heute nicht Gegenstand einer Untersuchung geworden. Der Prozess führte zum Schuldspruch gegen Moses Akatugba. Hierfür genügte eine nach Ansicht des Anwalt völlig widersprüchliche Aussage des vermeintlichen Diebstahlopfers und das von der Polizei formulierte Geständnis mit der unter Folter erpressten Unterschrift von Moses Akatugba.
     
    Moses Akatugba hatte niemals eine Chance, seine Sicht der Dinge darzulegen oder sein Alibi vorzubringen. Die Beamten, die ihn misshandelt und gefoltert haben, mussten und müssen keine Strafverfolgung befürchten. 
     
    Moses Akatugba wurde im November 2013 zum Tod durch den Strang verurteilt, obwohl er zum Zeitpunkt der Tat noch keine 18 Jahre alt war. Dies ist nach internationalem Recht verboten. Moses Akatugba sitzt nun in der Todeszelle und darf in Haft kaum Kontakt zu seiner Familie haben.
     
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  • Philippinen Alfreda Disbarro
    Alfreda Disbarro wurde festgenommen, weil sie angeblich mit Drogen gehandelt hatte. Unter Eid sagte sie aus, in Haft schwer gefoltert und misshandelt worden zu sein. Ihr wurde ein Wischmop in den Mund gedrückt und Polizisten haben sie mehrfach brutal geschlagen. Derzeit wartet Alfreda Disbarro auf ihren Prozess. Ihre Foltervorwürfe wurden bis heute nicht untersucht.
    Der folgende Fall basiert auf der unter Eid geleisteten Zeugenaussage von Alfreda Disbarro. 
     
    Alfreda Disbarro wurde im Oktober 2013 wegen des Verdachts auf Drogenhandel festgenommen. In Haft musste sie schwere Folter über sich ergehen lassen. Der Staatsanwalt hat gegen Alfreda Anklage wegen Drogenhandels erhoben. Derzeit wartet sie auf ihren Prozess. 
     
    Alfreda Disbarro ist alleinerziehende Mutter und arbeitete hin und wieder als Informantin für die Polizei. Sie saß am 3. Oktober 2013 in einem Internetcafé, unweit ihres Hauses in Parañaque auf den Philippinen. Zwei Polizeibeamte und ein inoffizieller Hilfspolizist näherten sich ihr und warfen ihr vor, eine Drogendealerin zu sein. Alfreda wehrte sich vehement gegen die Anschuldigungen und öffnete freiwillig ihre Taschen, um jeglichen Verdacht aus der Welt zu schaffen. Ohne eine Vorwarnung richtete der Hilfspolizist dennoch eine Waffe auf sie, während ihr einer der Polizeibeamten auf die Brust schlug. Dann wurde sie in Handschellen abgeführt und zum Drogendezernat der Polizei von Parañaque gebracht.
     
    Gefoltert und misshandelt
     
    Auf dem Polizeirevier angekommen, wurde Alfreda von einem männlichen Hilfspolizisten abgetastet und mit gefesselten Armen in einen Raum mit fünf anderen Gefangenen gebracht.
     
    Nach zwei Stunden brachten Beamte sie in eine Küche. Ein führender Polizeibeamter begann, sie mehrfach in den Bauch und ins Gesicht zu schlagen. Dann schlug er sie mit einem Knüppel, stach mit seinen Fingern in Alfredas Augen und zwang ihr einen Wischmop in den Mund. Mehrfach wurde Alfreda Disbarro heftig gegen die Wand geschleudert. Anschließend übernahm ein anderer Beamter die Misshandlung und schlug Alfreda Disbarro mit einem Stock. Familienangehörige waren in das Gebäude gekommen, um Alfreda Disbarro zu sehen. Sie durften aber nicht zu ihr.
     
    Falsche Beweise und ein falsches Geständnis
     
    Am 4. Oktober brachte man Alfreda Disbarro in das Rathaus ihres Heimatbezirks Barangay. Hier warteten schon Polizisten mit einigen Hundert-Dollar-Noten und einem Päckchen Drogen. Alfreda Disbarro beharrte auf ihrer Unschuld.
     
    Am nächsten Morgen forderte man Alfreda Disbarro auf, ein weißes Blatt Papier zu unterschreiben. Außerdem wurde sie zusammen mit dem Geld und den Drogen fotografiert, bevor sie in eine Haftanstalt für Frauen gebracht wurde. Die Tage nach dem 3. Oktober waren schrecklich für Alfreda. Sie hatte aufgrund der Folter derart starke Schmerzen, dass sie nicht essen und kaum atmen konnte.
     
    Am 8. Oktober 2013 kam Alfreda Disbarro vor den Staatsanwalt, der sie wegen Besitzes und Verkaufs von Drogen anklagte. Er interessierte sich in keiner Weise für die Folter und Misshandlungen, die Alfreda über sich ergehen lassen musste.
     
    Alfreda Disbarros Schwester reichte Beschwerde bei der nationalen Menschenrechtskommission ein, woraufhin Alfreda Disbarro am 10. Oktober von einem Arzt untersucht wurde. Er stellte zahlreiche Prellungen und Blutergüsse an ihrem Körper fest, die ihr in den letzten 1-2 Wochen zugefügt worden waren. Der Arzt kam zu dem Schluss, dass ihre Verletzungen von einem harten, stumpfen Gegenstand herrührten und empfahl eine Computertomographie, um innere Verletzungen ausschließen zu können.
     
    Derzeit ist Alfreda Disbarro im Gefängnis von Parañaque inhaftiert und wartet auf ihren Prozess wegen Drogenhandels. Ihre Familie hat Drohungen erhalten und wurde mehrfach aufgefordert, die Stadt zu verlassen.
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  • Usbekistan Dilorom Abdukadirova
    Dilorom Abdukadirova wurde festgenommen, weil sie sich im Mai 2005 wie Tausende andere an Protesten gegen die desolate wirtschaftliche Lage in Usbekistan beteiligt hat. In Haft wurde sie offensichtlich gefoltert und in einem unfairen Gerichtsverfahren wegen "versuchten Umsturzes der verfassungsmäßigen Ordnung" zu zehn Jahren Haft verurteilt. In einem weiteren Prozess wurde die Haftstrafe auf 18 Jahre ausgeweitet, weil sie angeblich gegen Gefängnisregeln verstoßen hatte.

    Dilorom Abdukadirova wurde festgenommen, weil sie sich im Mai 2005 wie Tausende andere an Protesten gegen die desolate wirtschaftliche Lage in Usbekistan beteiligt hat. In Haft wurde sie offensichtlich gefoltert und in einem unfairen Gerichtsverfahren wegen "versuchten Umsturzes der verfassungsmäßigen Ordnung" zu zehn Jahren Haft verurteilt. In einem weiteren Prozess wurde die Haftstrafe auf 18 Jahre ausgeweitet, weil sie angeblich gegen Gefängnisregeln verstoßen hatte.

    Am 13. Mai 2005 nahm Dilorom Abdukadirova zusammen mit zehntausenden Menschen an einer Demonstration in Andischan in Usbekistan teil. Die Bäuerin aus Andischan ging an diesem Tag auf die Straße, weil sie dachte, Präsident Karimov wäre auch dort, um sich die Sorgen der Bürger anzuhören. Stattdessen eröffneten Sicherheitskräfte plötzlich das Feuer auf die meist friedlich Demonstrierenden und töteten Hunderte von ihnen. Dilorom Abdukadirova konnte den Schüssen entgehen und über Kirgisistan nach Australien fliehen.

    Am Flughafen verhaftet

    Um wieder bei ihrer Familie sein zu können, kehrte Dilorom Abdukadirova im Januar 2010 nach Usbekistan zurück. Die Behörden hatten ihr zuvor wiederholt zugesichert, dass ihr bei der Einreise nach Usbekistan keine Gefahr drohe. Doch bei der Ankunft am Flughafen von Taschkent wurde sie umgehend festgenommen und vier Tage lang festgehalten, bevor sie ihren Mann und die vier Söhne in Andischan besuchen konnte. Im März 2010 verhaftete man Dilorom Abdukadirova dann ein zweites Mal. Die Anklage warf ihr vor, sie habe versucht, die verfassungsmäßige Ordnung in Usbekistan zu stürzen. Außerdem habe sie durch ihre Flucht illegal das Land verlassen.

    Nachdem Dilorom Abdukadirova zwei Wochen in einer Zelle in der Polizeistation von Andischan saß, ohne dass ein Rechtsbeistand sie besuchen konnte, fand im April 2010 ihr Prozess statt. Ihre Familie war schockiert. Dilorom Abdukadirova war deutlich abgemagert und hatte das Gesicht voller Prellungen und Blutergüsse. Außerdem wunderten die Kinder und ihr Mann sich darüber, dass sie vor Gericht kein Kopftuch trug. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass die gläubige Muslimin freiwillig darauf verzichten würde.

    Zwei Prozesse. 18 Jahre Haft.

    Am Ende des Prozesses standen für Dilorom Abdukadirova zehn Jahre und zwei Monate Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie die Verfassung ihres Landes stürzen wollte.

    Das Urteil hielt die Familie nicht davon ab, sich bei den usbekischen Behörden über die Misshandlung ihrer Mutter und Ehefrau während der Haft zu beschweren.

    2012 kam es zu einem weiteren Gerichtsverfahren. Dieser Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Frauengefängnis der usbekischen Hauptstadt Taschkent statt. Dilorom Abdukadirova habe Gefängnisregeln verletzt, so die Anklage. Ihre ohnehin schon drakonische Strafe wurde durch diesen Prozess um weitere acht Jahre verlängert.

    Die Mutter von vier Söhnen sitzt nach wie vor im Gefängnis. Ihre Familie befürchtet, dass Dilorom Abdukadirova in Haft weiterhin misshandelt wird.

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  • Usbekistan Erkin Musaev
    Einen ganzen Monat lang wurde der Usbeke Erkin Musaev in Haft von seinen Peinigern gequält: tagsüber folterten ihn Offiziere des Sicherheitsdienstes SNB mit Schlägen, und auch in der Nacht gönnten sie ihm keine Ruhe und verhörten ihn stundenlang. Schließlich unterschrieb er ein falsches Geständnis und wurde zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilt. Weltweit wurden von Amnesty in 115 Ländern mehr als 200.000 Appelle für ihn gesammelt.
    Einen ganzen Monat lang wurde der Usbeke Erkin Musaev in Haft von seinen Peinigern gequält: tagsüber folterten ihn Offiziere des Sicherheitsdienstes SNB mit Schlägen, und auch in der Nacht gönnten sie ihm keine Ruhe und verhörten ihn stundenlang. Schließlich unterschrieb er ein falsches Geständnis und wurde zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilt. Weltweit wurden von Amnesty in 115 Ländern mehr als 200.000 Appelle für ihn gesammelt. 
     
    Erkin Musaev, ein ehemaliger Beamter des usbekischen Verteidigungsministeriums, arbeitete für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Usbekistan, als er im Januar 2006 von Mitarbeitern des SNB am Flughafen auf dem Weg zu einer UN-Konferenz im Ausland festgenommen wurde. Sie behaupteten, Drogen in seinem Gepäck gefunden zu haben. Davon war aber schon bald nicht mehr die Rede. Stattdessen behauptete der SNB nun, dass Musaev eine CD mit geheimen Informationen aus dem Land schmuggeln wollte. Musaev sagt, dass der SNB ihm die CD untergeschoben habe.
     
    Man klagte ihn wegen Spionage an und hielt ihn mehrere Wochen ohne Kontakt zur Außenwelt fest. In dieser Zeit wurde er gefoltert. Als seine Peiniger schließlich auch noch damit drohten, seine Familie zu verhaften, unterzeichnete Erkin Musaev ein falsches Geständnis, um seine Familie zu schützen. Nach drei unfairen und politisch motivierten Prozessen in den Jahren 2006 und 2007 wurde Musaev wegen Hochverrats und Amtsmissbrauchs zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilt. Seitdem ist er in einem Straflager in Usbekistan inhaftiert.
     
    Während der Prozesse erlaubten ihm die Richter nicht, einen Entlastungszeugen heranzuziehen. Die unter Folter erzwungenen Geständnisse Erkin Musaevs verwendeten sie für ihr Urteil. Bislang haben die usbekischen Behörden die Folter- und Misshandlungsvorwürfe nicht untersucht. Sie ignorieren seit Jahren die wiederholten Forderungen nach einem fairen neuen Verfahren. Amnesty International fordert daher unter anderem im Rahmen der weltweiten Kampagne „Stop Folter“, Musaev unverzüglich aus der Haft zu entlassen und eine unabhängige und wirksame Untersuchung der Foltervorwürfe einzuleiten. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen und um auf das Schicksal Musaevs aufmerksam zu machen haben Amnesty-Sektionen weltweit über 200.000 Appelle für Erkin Musaev unterzeichnet und verschickt. Allein die deutsche Sektion hat über 65.500 Unterschriften sammeln können. 
     
    Im Januar 2015 durfte Erkin Musaevs Vater seinen Sohn zwei Tage lang im Navoi-Gefängnis besuchen. Später berichtete Vater Aidzhan Musaev Amnesty International, dass sein Gesundheitszustand sehr schlecht sei und dass er keine angemessene medizinische Versorgung erhalte. Sein Immunsystem sei sehr geschwächt und er leide unter anderem an chronischen Schmerzen im Bein aufgrund der kalten und feuchten Zellen und an Magenschmerzen aufgrund der mangelhaften Qualität des Essens.
     
    In demselben Monat erhielt Aidzhan Musaev einen Brief vom obersten Gerichtshof Usbekistans, in dem erneut behauptet wurde, dass in Erkin Musaevs Falls alles korrekt abgelaufen und es zu keinerlei Rechtsverstößen gekommen sei. Doch der Vater von Erkin Musaev gibt seinen Kampf für Gerechtigkeit nicht auf. In einem Brief an Amnesty International bedankte sich Aidzhan Musaev für die weltweite Solidarität mit seinem Sohn:
     
    Liebe Aktivistinnen und Aktivisten von Amnesty International,
     
    ich schreibe Ihnen, um Ihnen allen für die noblen Dinge zu danken, die Sie tun - einschließlich der Unterstützung für unseren Sohn Erkin und für uns. Mir fällt es sehr schwer, die richtigen Worte zu finden, um die tiefen Gefühle der Dankbarkeit und um unsere Wertschätzung auszudrücken. Als wir die Fotos von Ihren öffentlichen Aktionen sahen, waren wir tief berührt, dass sich irgendwo weit weg von uns Menschen für das Schicksal unseres unschuldig verurteilten Sohnes interessieren. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Ich danke Ihnen für all die Briefe voller guter Wünsche, Hoffnung und Unterstützung, die wir so nötig brauchen in diesen schweren Zeiten.
    Ich glaube an Ihr  „Nein“ zu all den schlimmen und ungerechten Dingen, die auf der Welt passieren, und dass Sie die Welt zu einem besseren Ort machen können.
     
    Gott schütze Sie!
     
    Mit den besten Grüßen
     
    Aidzhan Musaev
     
    Amnesty International wird an dem Fall Erkin Musaev dranbleiben. Die gesammelten Unterschriften und Briefe werden der usbekischen Regierung übergeben. Usbekistan ist Schwerpunktland in der globalen, großen Amnnesty-Kampagne STOP FOLTER und steht im Fokus beim Kampf gegen Folter. 

    Fordern Sie die Bundesregierung auf, sich umgehend und aktiv gegen Folter in Usbekistan einzusetzen. Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition an Außenminister Steinmeier!
     
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    Englisches Original des Dankschreibens von Aidzhan Musaev:
     
    Dear Amnesty International and activists! 

    I am writing to you to thank you for all the noble things, that you are doing, including supporting my son Erkin Musaev and us. It is very difficult for me to express in words our family's deep feelings of gratitude and appreciation. When we look at the photos [of the actions you took] we are deeply touched that somewhere far away from us, there are people who care about the fate of my son who was convicted unjustly. Thank you for your efforts and I am grateful for all your letters with good wishes, hope and support which are so necessary in these difficult times. 
    I believe that you are saying "NO" to all the bad and unjust things on earth and that you want to change the world for the better. 
    God bless you. 

    Best regards

    Aidzhan Musaev - father of Erkin Musaev (01/03/2015)
     
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Schau nicht weg: STOP FOLTER

Trotz absoluten Verbots foltern Regierungen im Verborgenen oder liefern Menschen in Länder aus, wo ihnen Folter droht. Sie verschließen die Augen vor dem grausamen Leid, dem die Opfer ausgeliefert sind. Sie halten sich nicht an ihre eigenen Gesetze.
 
Mache auf diesen Skandal aufmerksam und halte den Regierungen den Spiegel vor!

Sag der Welt: "Schau nicht weg: STOP FOLTER"
 
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Materialien zur Kampagne

Hier findest Du unseren Bericht zum Thema Folter und kannst Dir außerdem die Petitionen zum Ausdrucken runterladen. Sammle Unterschriften im Büro, in der Schule, an der Uni... und schicke die Listen dann an uns zurück.